Stradeck in der Presse

NOZGlatter, leiser, sicherer

Freigabe der Willy-Brandt-Straße und eine schlaue Ampel

Nach fünfmonatiger Bauzeit ist sie gestern freigegeben worden: Mehr Sicherheit bietet die Willy-Brandt-Straße vor allem auch den Radfahrern.

Von Heike Bergt

ORANIENBURG

Die Anwohner können aufatmen: Die Zeit der Bauarbeiten und Behinderungen ist vorbei. Doch die Geduld hat sich gelohnt. Nachdem sich die Bagger für neue Abwasserrohre und Regenkanäle, Gas- und Stromleitungen bis 3,5 Meter tief ins Erdreich graben mussten, ist von der Buddelei nun nichts mehr zu sehen. Die Pflastersteine liegen wieder am rechten Fleck, die Fußwege sind frisch verfugt, 24 Parktaschen sind angelegt und 23 Bäume gesetzt worden. Nicht nur Autofahrer und Fußgänger, vor allem die Radfahrer profitieren vom Neubau. „Damit haben Radler aus Richtung Germendorf, Eden oder Süd nun eine durchgehend sichere Verbindung zum Bahnhof. Ein Radweg auf beiden Seiten“, lobte Adelheid Martin, Chefin der Ortsgruppe des ADFC. Und mit dem Neubau der Lehnitzstraße ab Frühjahr 2012 sei dann das Wohnkarree zwischen Stralsunder Straße, Bernauer Straße und Willy-Brandt-Straße von allen Seiten von neuen Fahrbahnen umgeben, so Baustadtrat Frank Oltersdorf bei der gestrigen Straßeneröffnung.

 

Die Einbahnstraßenregelung in der Mittel- und Schulstraße ist bereits gestern umgekehrt und damit in den Urzustand versetzt worden. Vorsicht! Noch nicht jeder hat es bemerkt! In der Schulstraße haben Radler ab sofort auch offiziell das Recht, sie in beiden Richtungen zu befahren.

Auflösen soll sich möglichst bald auch der tägliche Monsterstau in der Lehnitzstraße vor der Kreuzung Saarlandstraße. Höflichkeit der Fahrer und eine „intelligente Ampel“ erwiesen sich als doppeltes Handicap, so Petra Bischoff vom Tiefbauamt. Die Ampel reagiere auf den Verkehrsfluss. Reiße er ab, weil

Fahrer andere vom Aldi-Parkplatz hereinlassen, schalte sie auf Rot. „Bei stetig rollendem Verkehr lässt sie bis zu 15 Pkw durch.“ Versucht wird nun, den grünen Pfeil zu reaktivieren und die Aldi-Parkplatzausfahrt zu schließen. Kunden müssen sich dann über den Rewe-Platz weiter hinten einordnen.

 

Baudezernent Frank Oltersdorf (M.) dankte allen Bauleuten und Planern.

FOTOS (2): ENRICO KULCER

 

Gemeinschaftsprojekt Straßenbau

* Baukosten: rund 1,4 Millionen Euro.

* Restliche Markierungen werden nach dem Winter aufgebracht

Jetzt ist sie viel schöner und sicherer

Willy-Brandt-Straße nach halbjähriger Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben ...

ORANIENBURG

„Sie ist schöner und vor allem sicherer geworden - die Willy-Brandt-Straße“, würdigte Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD) gestern bei der Verkehrsfreigabe dieser wichtigen innerstädtischen Verbindung nach deren grundhaftem Ausbau. Der dauerte allerdings etwa vier Wochen länger als geplant.

„Wir begrüßen diesen Ausbau sehr. Denn einmal können sich Radfahrer hier nun wirklich sicherer auf zwei asphaltierten Fahrstreifen in beide Richtungen bewegen. Zum anderen wird damit aber auch eine wichtige innerstädtische Radfahrerroute von Germendorf über Eden zum Bahnhof vervollständigt“, lobt Adelheid Martin.

Für die Vorsitzende des Oranienburger ADFC geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. „Wenn nun auch noch die Havelstraße zwischen Berliner und Breite Straße für Radler entgegen der Einbahnrichtung freigegeben wird, dann besteht zwischen dem Bahnhof und Eden einen lückenlose Fahrradstrecke“, freut sich Adelheid Martin.

Mehr als 1,36 Millionen Büro haben die Stadt, der Landkreis, die Stadtwerke und der Entwässerungsbetrieb Oranienburg (EBO) in den grundhaften Ausbau der Willy-Brandt-Straße gesteckt, die weiterhin Einbahnstraße in Richtung Bahnhof ist.

Dabei sind die Bauherren vor Überraschungen allerdings nicht verschont geblieben. Kaum waren im Juni/Juli die ersten tieferen Löcher gebuddelt worden, stießen die Arbeiter auf mit Schwermetallen belasteten Boden. Der Umfang des kontaminierten Materials, von dem niemand weiß, wann und wie es in den Unterbau der Straße gekommen ist, war schon enorm. Der Boden wurde an der Heinrich-Byk-Straße zwischengelagert und soll nächste Woche als Sondermüll fachgerecht entsorgt werden.

Das hat zur Verzögerung der Arbeiten ebenso beigetragen wie die Tatsache, dass die beauftragten Firmen vor Ort nicht immer mit voller Belegschaft tätig geworden sind. Dass der Winter noch auf sich warten lässt, kam den Unternehmen jetzt entgegen. Lediglich Restarbeiten, wie Markierungen und das Einbringen von Pflasterfugenmörtel, stehen noch aus. Sie können witterungsbedingt jedoch erst im nächsten Jahr beendet werden.

„Wir sind jedenfalls froh, dass die Willy-Brandt-Straße nun ein neues Gesicht bekommen hat und sie noch vor Inbetriebnahme des neuen Runge-Campus fertiggestellt wurde“, sagte der Baustadtrat. 24 gebührenpflichtige Stellplätze, für Dauerparker gibt's den Park & Ride-Platz an der Stralsunder Straße, sind an der südlichen Straßenseite entstanden. Auf Höhe des Runge-Gymnasiums wurde zudem ein Aufstellbereich für Busse eingerichtet. Er wird dann in Anspruch genommen, wenn ein Schienenersatzverkehr vom Bahnhof Oranienburg aus nötig werden sollte.

Mit der Freigabe der Willy-Brandt-Straße wurde gestern auch die Einbahnregelung in der Schulstraße wieder umgedreht. Nun darf sie nur Straße aus befahren werden.

Im kommenden Jahr müssen sich dann die Anlieger und Nutzer der Lehnitzstraße auf Einschränkungen gefasst machen. Sie wird ab Frühjahr zwischen Bernauer Straße und Krebststraße ebenfalls grundhaft ausgebaut. „Wenn diese Maßnahme dann spätestens in einem Jahr beendet sein wird, sind auch die Straßenbauvorhaben im innerstädtischen Sanierungsbereich abgeschlossen“, prognostiziert der Baustadtrat Oltersdorf. Auch die Willy-Brandt-Straße wurde mit Mitteln aus dem Programm der Städtebauförderung ausgebaut. Bis 2013 läuft das Programm noch in Oranienburg.

Grundstückeigentümer in förmlich festgesetzten Sanierungsgebieten müssen zwar keine Anliegerbeiträge zahlen, werden aber zu Ausgleichsbeträgen herangezogen. Damit soll der Wertzuwachs abgegolten werden, den das Grundstück durch die Sanierung gewonnen hat. Diese Beträge decken aber die tatsächlichen Baukosten bei weitem nicht. In der Regel dürfte der Ausgleichsbetrag auch niedriger sein als ein Anliegerbeitrag.

 

Ausbau kostet mehr als 1,36 Millionen Euro

Die Willy-Brandt-Straße wurde auf einer Länge von 274 Metern grundhaft ausgebaut. Die Straße hat eine Gesamtbreite von 7,10 m, davon entfallen 3,75 m auf die gepflasterte Fahrbahn sowie 1,50 m auf den neuen südlichen Radfahrstreifen und 1,85 m auf den auf der nördlichen Seite.

24 gebührenpflichtige Längsparkplätze sind auf der südlichen Straßenseite neu entstanden. Der nördliche Gehweg ist fünf Meter, der südliche 2,50 Meter breit. Insgesamtwurden 23 Bäume neu gepflanzt. Die Gesamtausbaukosten belaufen sich auf gut 1,36 Millionen Euro. Ursprünglich waren nur rund 1,3 Millionen Euro kalkuliert worden. Allein für die Regenentwässerung hat der Entwässerungsbetrieb (EBO) zirka 142 450 Euro investiert, für die Sanierung und Erneuerung der Schmutzwasserkanäle nochmals rund 138 800 Euro. Die Stadtwerke haben für neue Trinkwasserleitungen und neue Hausanschlüsse mehr als 63 000 Euro ausgegeben. Hinzu kommen noch knapp 35 000 Euro für die Erneuerung des Stromnetzes, und 13 000 Euro hat die Erdgasversorgung in die Erneuerung des Gasnetzes investiert. Der Landkreis Oberhavel hat die Kosten für die Versorgungsleitungen des Runge-Campus übernommen.

(bren)

Im matten Glanz des Asphalts

Friedrichstraße und Ottostraße in Bergfelde erneuert

Von Heike Weißapfel

Zwei neue Straßenabschnitte in Bergfelde sind jetzt fertiggestellt. Die Anwohner der Friedrichstraße und der Ottostraße finden vor ihren Häusern sauber asphaltierte Straßen und teilweise neu gepflanzte Bäume vor.

Ein kalbsgroßer Hund an der Leine seines Herrn kommt vorsichtig die Stufen herunter und trottet gemächlich die Ottostraße entlang. Die Betontreppe, die noch ein Geländer erhalten soll, bildet hinter der Sackgasse den Eingang zum Wald, Die Böschung soll noch bepflanzt werden.

„Vor vier Jahren haben wir mit der Fasanenallee A gesagt“, erklärte Bürgermeister Klaus-Dieter Härtung (Die Linke) gestern vor dem Schnitt durchs symbolische Absperrband. „Und wer Fasanenallee sagt, muss auch Mühlenbecker Viertel sagen.“ Mit der Friedrichstraße und der Ottostraße haben nun zwei Straßen ein ansehnliches Aussehen erhalten.

Fünf Monate lang hat die Straßenbaufirma Stradeck aus Mühlenbeck unter der Anleitung des planenden und überwachenden Ingenieurbüros Borj es aus Oranienburg die Abschnitte der Straßen nördlich der Wilhelmstraße gebaut. 145 Meter lang ist die Friedrichstraße in diesem Teil, 160 Meter bis zur Sackgasse die Ottostraße. Entwässert werden die Straßen in den ebenfalls neu eingebauten Kanal in der Wilhelmstraße. Die Straßen sind fünf Meter breit, sind aber zum Teil auch eingeengt, um den Verkehr in den Wohnstraßen so weit wie möglich zu beruhigen. Alle Arbeiten werden sind in nächsten Tagen abgeschlossen; gestern wurden in der Friedrichstraße noch Bäume gesetzt. Denn neben der Herstellung von Zufahrten in Betonsteinpflaster gehören zur Maßnahme auch Baumpflanzungen. 19 pflaumenblättrige Weißdorne, davon sieben in der Friedrich-und zwölf in der Ottostraße, werden dort wachsen.

In der Wilhelmstraße sind darüber hinaus Lücken im Pflaster geschlossen worden. Auf einen sparsamen Umgang mit den Ressourcen wird Wert gelegt. Ein Teil des Kopfsteinpflasters wurde für die Ausbesserungen verwendet, das bei der Sanierung der Rudolf-Breitscheid-Straße im vergangenen Jahr ausgebaut worden ist. Die Verjüngungen auf der Wilhelmstraße sind ebenfalls gewollt. Um die Wurzeln der Bäume nicht zu beschädigen, wurde um sie herumgebaut.

„Ich denke, wir haben hier was Gutes geschaffen - nicht nur für die Anlieger, sondern für die ganze Stadt“, äußerte sich Härtung zufrieden. Denn nicht zuletzt wird nun kein Sand mehr aus diesen Straßen die Regenwasserkanäle füllen.